Ethik-Charta

1. Alle Weine von Bollinger werden im Stammhaus selber vinifiziert und ausgebaut.

Bollinger bleibt eines der letzten Champagner-Häuser, das die Produktion zu 100% kontrolliert. Der Erwerb von "vins sur lattes" ist völlig ausgeschlossen.

<vins sur lattes> sind Weine, die unetikettiert auf der Flasche reifen. Sie können in dieser Form von anderen Champagner-Häusern erworben und mit deren Etikett versehen werden.

2. Der Rebbesitz von Bollinger ist ein Garant für die Kontinuität des Stils.

Die Rebfläche von Bollinger umfasst 164 Hektar, was 2/3 des Traubenbedarfs abdeckt. Im Durchschnitt verfügen die Handelshäuser der Champagne lediglich über 11% ihres Bedarfes. Der letzte Drittel wird direkt bei Winzern eingekauft, mit denen Bollinger eine langjährige Partnerschaft pflegt. Der Rebbau bei Bollinger erfolgt nach den Regeln der integrierten Produktion. Das Traubengut wird zusätzlich selektiv ausgewählt. Die Nachvollziehbarkeit in Bezug auf die Herkunft des Traubengutes ist von höchster Priorität.

3. Bollinger bevorzugt Trauben aus Grand Cru- und Premier Cru-Lagen.

Die Champagne zählt 326 Crus, wovon 17 als Grand Cru- und 41 als Premier Cru-Lagen klassifiziert sind. Das Traubengut der eigenen Rebberge sowie jenes der Partner stammt aus ca. 30 verschiedenen Crus aus dem Departement Marne, wovon 12 Grand Cru- und 16 Premier Cru-Lagen sind. Grand- und Premier Cru-Lagen bilden wie folgt die Basis für die Assemblage : - Mindestens 80% für die Special Cuvée - 100% für Grande Année und R.D.

4. Die Rebsorte Pinot Noir ist die Grundlage für die Champagner von Bollinger.

Der Pinot Noir verleiht dem Wein Charakter, Komplexität und Nachhaltigkeit. Die Assemblage setzt sich in der Regel so zusammen: Special Cuvée: 60% Pinot Noir, 25% Chardonnay, 15% Pinot Meunier, La Grande Année und R.D.: 60% Pinot Noir, 40% Chardonnay

5. Bollinger verwendet nur den Saft aus der "Cuvée".

Bollinger verkauft den Saft der zweiten Pressung.

<cuvée> Aus 4000 kg Trauben darf in der Champagne gemäss Reglement 20,5 hl Saft gepresst werden, was als Cuvée bezeichnet wird und die Qualitätsspitze darstellt. Zusätzlich sind 5 hl Saft der zweiten Pressung erlaubt, die sogenannte „taille“

6. Bei Bollinger findet der Ausbau in Eichenfässern statt.

Die Verwendung von Eichenfässern wird in der Champagne immer seltener praktiziert. Der Ausbau der Basisweine für Grande Année und R.D. sowie die zukünftigen "vins de réserve" erfolgt ausschließlich im Fass. Die Basisweine für die Special Cuvée werden teilweise im Eichenfass und teilweise im Edelstahltank vinifiziert.

7. Bollinger lässt seine "vins de réserve" in Magnumflaschen reifen.

Bollinger legt höchsten Wert auf die Special Cuvée. Nach jeder Weinlese wählt Bollinger die den Jahrgang am besten charakterisierenden Weine Cru für Cru aus und lagert sie für fünf bis zwölf Jahre in Magnumflaschen. Um die Qualität und die Frische der "vins de réserve" über die Jahre hinweg zu garantieren, wird eine leichte Flaschengärung zugelassen. Diese Methode ist einzigartig in der Champagne. Die Assemblage des Special Cuvée besteht aus dem aktuellen Jahrgang, einem Anteil des vorherigen Jahrgangs sowie aus 5 - 10% "vins de réserve".

8. Bollinger lässt seine Champagner viel länger reifen.

Ein großer Champagner braucht Zeit, um seine Persönlichkeit, seine Komplexität und seine aromatische Vielfalt zu entwickeln: 3 Jahre für die Special Cuvée, mindestens 5 Jahre für die Grande Année und 8 Jahre oder mehr für den R.D. (Récemment Dégorgé): eine Exklusivität von Bollinger.

9. Bollinger hält die Tradition aufrecht, den Naturkorken als Flaschenverschluss während der zweiten Gärung für Grande Année, R.D. und die "vins de réserve" zu verwenden.

Der Naturkorken erlaubt einen dosierten Sauerstoffaustausch, der für die Aromabildung von großer Bedeutung ist. Die natürlichen Eigenschaften und Vorzüge des Naturkorkens kommen nach 3 - 4 Jahren der Flaschenlagerung voll zur Geltung. Der Gebrauch von Naturkorken als Flaschenverschluss während der zweiten Gärung ist in der Champagne eine Seltenheit geworden.

10. Die Dosage wird bei Bollinger zurückhaltend eingesetzt.

Im Durchschnitt: 7 bis 9 g/l Zucker für die Special Cuvée und Grande Année, für den R.D. lediglich 3 bis 4 g/l (Extra Brut). Nach dem Degorgieren ruhen die Champagner für 3 Monate. Bollinger vermarktet seine Champagner erst, wenn sie trinkreif sind. Bollinger ist ein großartiger Champagner, entsprechend sind die verfügbaren Mengen sehr limitiert. Bollinger garantiert aufgrund der Nachvollziehbarkeit während der Herstellung volle Transparenz.

<Dosage> Nach dem Entfernen des Depots wird die fehlende Menge mit einem Zusatz von Wein und Zucker abgerundet. <Degorgieren> Das Depot, welches bei der zweiten Gärung in der Flasche entstanden ist und sich durch die traditionelle Rütteltechnik im Hals der Flasche abgelagert hat, wird durch das Öffnen der Flasche entfernt.