Geschichte

1829 wurde das Haus Bollinger von Jacques Bollinger zusammen mit Athanase de Villermont in Ay gegründet. Sehr schnell erlangte das Haus ei­nen guten Ruf auf dem interna­tionalen Markt. Bollinger wird heute immer noch von den Fa­milienmitgliedern geführt und ist damit eines der ganz weni­gen bedeutenden Champan­gerhäuser, die sich in Privatbe­sitz befinden. Seit 1992 hat sich die einzigartige Qualitäts­philosophie in einer eigenen Charta der Ethik und Qualität manifestiert. Diese Charta be­stimmt die Methoden und ho­hen Prinzipien von Bollinger. Bollinger verfügt über 151 Hek­tar eigene Weinberge, die sich vorwiegend in Grands- und Premiers-Crus-Lagen befinden. Die Trauben decken 70 Pro­zent des Bedarfs und verleihen den Weinen ihre Gleichmäßig­keit und Qualität. Die verblei­benden 30 Prozent werden von Grands-Crus- und Premiers­Crus-Weinbauern dazugekauft.

Bollinger verwendet nur Cuvee­Most der ersten Pressung, der Saft der zweiten Pressung wird verkauft. Die erste Gärung der Weine, die für die Assemblage der Special Cuvee bestimmt ist, findet in Gärtanks oder Eichen­holzfässern statt. In außerge­wöhnlichen guten Jahren fer­mentiert das Haus Bollinger einen großen Teil seiner Weine in kleinen Eichenholzfässern und zwar Parzelle für Parzelle, Cru für Cru, Rebsorte für Reb­sorte. Dabei werden nur alte Fässer benutzt, um sicherzu­stellen, dass weder Tannin noch Eichenaromen die Weine beeinflussen. Der Stil von Bollinger ist ge­prägt vom Pinot Noir, der aus den prestigereichen Böden von Ay, Bouzet und Verzenay her­vorgeht. Seine Typizität verleiht dem Wein Komplexität, Weinig­keit und Vollmundigkeit.

Die Grande Annee und damit auch der R.D. sind zu 100 Pro­zent, die Special Cuvee zu 80 Prozent aus Grands Crus und Premiers Crus vinifiziert.

Die „Reserve"-Weine werden in Magnum-Flaschen, die mit ei­nem Korken verschlossen sind, getrennt nach Lage, Trauben­sorte und Jahrgang aufbe­wahrt. Dieses Verfahren ist ein­zigartig in der Champagne und es versetzt Bollinger in die La­ge, seine Reserveweine über einen langen Zeitraum zu er­halten, ohne dass sie ihre Fri­sche und ihren Charakter ver­lieren. Auf diese Weise verfügt Bollinger über eine echte „Weinbibliothek" und ist somit in der Lage, mit großer Präzisi­on und Erfahrung aus den Re­serven diejenigen auszuwäh­len, die am besten den kon­stanten Charakter der As­semblage Special Cuvee ge­währleisten.

Die Weine reifen vor dem De­gorgieren im Keller: die Special Cuvee mindestens drei Jahre; der Grande Annee mindestens fünf Jahre und der R.D. min­destens acht Jahre.

Dieser Reifeprozess ist we­sentlich länger als die Mindest­anforderung der Appellation Champagne. Dadurch wird den Weinen die nötige Zeit ge­währt, um ihre Ausgewogenheit zu erreichen und alle Aromen zu entfalten.

Die Grande Annee reift im Kel­ler unter Korkverschluss. Die­se Form des Verschlusses mit einem Korken, eine in der Champagne wenig angewen­dete Methode, ermöglicht es den Weinen sich weiter zu ent­wickeln, ohne einer zu starken Oxidation ausgesetzt zu sein. Diese Technik garantiert Fri­sche und ermöglicht es, die A­romen und Reinheit des Bou­ketts zu bewahren.
Jerome Philipon